REVIEW: 'One Summer: America, 1927' von Bill Bryson

Der Bestseller-Reiseautor Bill Bryson („A Walk in the Woods“) reist jetzt durch die Zeit und führt uns zurück in den ausgelassenen, epochalen Sommer 1927. Es ist eine Reise voller überlebensgroßer Charaktere, von Yankee Slugger Babe Ruth bis Flieger Charles Lindbergh, zu 'It'-Mädchen Clara Bow. Wie üblich schreibt Bryson glasklare Prosa und zielt oft mit farbenfrohen und humorvollen Geschichten auf die lustigen Knochen der Leser (ziemlich erfolgreich).

Bow zum Beispiel war nicht nur die berühmteste Hollywood-Ikone ihrer Ära, sondern auch bekanntermaßen promiskuitiv, bemerkt Bryson. Sie hatte eine Menge Freunde, viele von ihnen gleichzeitig. Bryson erzählt von einem Freund, der zu ihrem Haus kam, nur um zu bemerken, dass sich ein anderer Mann im Badezimmer versteckte. Der gekränkte Freund, erzählt uns Bryson, forderte den versteckten Mann auf, „herauszukommen, damit ich dir die Zähne ausschlagen kann!“ Als sich die Badezimmertür öffnete, tauchte verlegen der Schwergewichts-Champion Jack Dempsey auf. Der gekränkte Freund hielt klugerweise die Fäuste für sich, und der massige Dempsey ging in beschämtem Schweigen davon.

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Bryson verwebt zahlreiche Erzählstränge und folgt ihnen chronologisch durch den Sommer. Er bietet uns Beschreibungen von Lindberghs legendärem Flug über den Atlantik im Jahr 1927, ein Ereignis, das dem immer introvertierten Lindbergh Weltruhm brachte, den er nie genossen hat. Präsident Calvin Coolidge, bekanntermaßen schweigsam („Silent Cal“ war sein Spitzname), taucht oft in dem Buch auf und präsidiert leise über eine Nation, die von Wohlstand und „Roaring ’20s“-Optimismus durchdrungen ist. Wie Bryson es beschreibt, musste Coolidge nichts anderes tun, als aus dem Weg zu gehen, und das tat er mit Begeisterung.

Auch Popkultur gibt es hier reichlich – nicht nur Hollywoodstars, sondern auch Boulevard-Journalismus, Flapper, Flüsterkneipen wie Al Capone, den Aufstieg des Radios, evangelikale Prediger wie Billy Sunday und sensationelle Mordprozesse. Bryson beschreibt zum Beispiel die massive nationale Aufmerksamkeit, die dem Mordprozess gegen Ruth Snyder zuteil wird. Snyder wurde zusammen mit ihrem Freund wegen Mordes an ihrem viel älteren Ehemann verurteilt. In einem Zeitalter konkurrierender Boulevardblätter wurde monatelang jeder Winkel des sensationellen Mordes abgedeckt – der Fall liefert sogar die Handlung für Noir-Detektivromane wie „Der Postbote klingelt immer zweimal“ und „Double Indemnity“.

Die Boulevardzeitungen der 1920er Jahre waren ethisch so in Frage gestellt, sagt Bryson, dass sie sich bei Bedarf einfach Geschichten ausdenken würden. „Als [Hollywood-Star] Rudolf Valentino 1926 starb“, bemerkt Bryson, „produzierte eine Boulevardzeitung eine Reihe von Artikeln von ihm aus dem Jenseits“. Was in Brysons klarer, unbeschwerter Erzählung am deutlichsten rüberkommt, ist die pure Energie und der verrückte Optimismus dieser Ära. Sicher, die ausgelassene Party würde enden, aber es hat Spaß gemacht, solange sie dauerte – ebenso wie Brysons „One Summer“. Feed Loader 'One Summer: America 1927' von Bill Bryson

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Chuck Leddy ist Buchkritiker in Boston und Mitglied des National Book Critics Circle.