Neue Musikkritiken: Norah Jones beruhigt uns wieder einmal; der 1975 liefert ein lohnendes Sammelsurium

POP-ROCK

Norah Jones, „Nimm mich vom Boden ab“ (Blue Note)

Die Platten des fackelsingenden Pianisten sind immer geschmackvoll und nie in Eile. Und in der hektischen, unaufmerksamen Welt, in der wir früher lebten, konnte ihre Unerschütterlichkeit so ruhig wirken, dass sie manchmal an Schlaflosigkeit grenzte. Aber jetzt ist es eine Qualität, die sich inmitten globaler Pandemie, wirtschaftlicher Zusammenbrüche und ziviler Unruhen als nützlich erweist.

Dieses Album ist aus einer Reihe von Mini-Kollaborationen hervorgegangen – mit der Dichterin Sarah Oda, Jeff Tweedy von Wilco und anderen – aber es hängt zusammen. Gelegentlich dreht es auf, wie bei dem Gospel-gefeuerten „Flame Twin“. Aber normalerweise ist „Pick Me Up“ glücklich, sich in einem zutiefst bequemen, trägen Groove niederzulassen.

Es findet sich wirklich in einer Reihe von drei thematisch verknüpften Songs über wesentliche Dinge wieder: „This Life“, „To Live“ und „I’m Alive“. Im letzten, zusammen mit Tweedy geschrieben, singt Jones über eine Frau, die ihre Stärke findet. Der erste fängt ein heutzutage verbreitetes Gefühl ein: „Dieses Leben, wie wir es kennen“, singt Jones, „ist vorbei“.

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Dan Deluca, Philadelphia Inquirer Dieses von Blue Note Records veröffentlichte Titelbild zeigt „Pick Me Up Off the Floor“, eine neue Veröffentlichung von Norah Jones. (Blaue Note über AP)

The 1975, „Anmerkungen zu einer bedingten Form“ (Interscope)



Die schiere Ausbreitung dieses Albums – 80 Minuten, 22 Tracks – ist sowohl verrückt als auch beeindruckend. Das selbstbewusste britische Quartett, angeführt von Matt Healy, eröffnet „Notes“ wie ihre vorherigen drei Alben mit einer Version von „The 1975“, diesmal mit einer Voice-Over-Rede der jugendlichen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Dann kommt abrupt der punkige, verschwommene Ansturm von „People“, gefolgt von einem ruhigen Orchesterinstrumental, dann der stark autogestimmte Elektropop von „Frail State of Mind“.

Bild einer Baumschwalbe

Was „Notes“ an Kohärenz fehlt, macht es durch Breite und Erfindungskraft wett. Einige von uns haben vielleicht eine Vorliebe für den My Bloody Valentine Dream-Pop von „Then Since She Goes“. Andere zur Akustikgitarrenballade von „Jesus Christ 2005 God Bless America“ (ein Duett mit Phoebe Bridgers). Andere zum Mitsingen von „Roadkill“. Das ist eine typisch peitschende (und befriedigende) Drei-Song-Strecke. Alles in allem ist dies ein lohnendes, desorientierendes Sammelsurium.

Steve Klinge, Philadelphia Inquirer

Neue Veröffentlichungen

• Bob Dylan, „Rough and Rowdy Ways“

• Phoebe Bridgers, „Punisher“

carrie nelson john l. Nelson

• Jason Mraz, „Suche nach dem Guten“

• Neil Young, „Einheimisch“