Filmkritik: Das amerikanische Mädchen 'Kit Kittredge' ist ein smarter Genuss

Zunächst einmal muss man kein American Girl besitzen, die teure Spielzeugpuppe, an der sich dieser sogenannte Chick-Streifen orientiert, um mitzumachen. Eine Reihe stilisierter Bilder setzt die Szene für Sie: Ein gehobenes Viertel von Cincinnati, 1934. Lattenzäune und eine Reihe majestätischer Backsteinvillen säumen eine idyllische, schattige Gasse. Die Bewohner sind in ihrer Pracht gekleidet, Frauen in geblümten Kleidern mit Bändern und zarten kleinen Knöpfen, Männer in Fedoras und Westen. Dann kommt der Kontrapunkt: ein paar kleine Knaben-Hobos in Fetzen und abgetragenen Schuhen.

Die zehnjährige Kit Kittredge, gespielt von der strahlenden Abigail Breslin, führt diese unglücklichen Jugendlichen zu ihrer Mutter (gespielt von einer tränenreichen Julia Ormond), die gerade eine Gartenparty veranstaltet. Trotz der missbilligenden Blicke ihrer Gäste zögert Mrs. Kittredge nicht, den Jungs Sandwiches anzubieten und – wenn sie am nächsten Tag wiederkommen – Arbeit zu bezahlen. Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit: Diese Tugenden scheinen in der Familie Kittredge zu liegen.

Darüber hinaus besitzt das bemerkenswerte Kit einige einzigartige Eigenschaften: Sie ist ein mutiges, selbstbeherrschtes Mädchen, das in der Lage ist, Erwachsene zu überlisten. Tatsächlich sehnt sie sich danach, eine bescheuerte Zeitungsjournalistin zu sein – oh, wie urig – und hat sogar den Schwung, in das Büro von Mr. Gibson (gespielt von dem urkomischen Charakterdarsteller Wallace Shawn), dem Herausgeber des Cincinnati Registers, zu marschieren, um Ideen für eine Pitch-Story.

Doch als Kits liebender Vater (Hallo, hübscher Chris O'Donnell) seinen Job bei einem Autohaus verliert, bricht das verzauberte Leben des Mädchens zusammen. Papa reist nach Chicago, um Arbeit zu suchen, während Mutter und Tochter keine andere Wahl bleiben, als Kostgänger aufzunehmen.

Prinz - die Schönen

Bald wird das labyrinthische Haus der Kittredges von Sonderlingen überrannt: einer sexy Tanzlehrerin, einer verklemmten Mutter und ihrem sanften Sohn Stirling (Neuzugang Zach Mills), einer mobilen Bibliothekarin, einem Zauberer, sogar einem Affen als Haustier. Als ob das nicht genug wäre, kommen diese schmutzigen kleinen Hobos Will (Max Thieriot) und Countee (Willow Smith) immer wieder zur Arbeit.

Natürlich vermitteln diese verrückten Charaktere wichtige Lektionen über die Gefahren von Stereotypisierungen – aber für erwachsene Zuschauer kommt dieser Aspekt der Geschichte ein wenig zu kitschig daher.

Wenn dieser Film mit G-Rating jedoch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Grundschüler konfrontiert, fühlt sich seine Perspektive nicht wegen seiner Einfachheit, sondern wegen seiner Geradlinigkeit kindlich an. Es gibt einen herzzerreißenden Thread über die verzweifelte Sehnsucht eines Kindes nach einem abwesenden Vater, und es ist das Mutigste und Ehrlichste hier drin.



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Also, wie sich herausstellt, schmeichelt 'Kit Kittredge' den Liebhabern von Puppen in Pint-Größe überhaupt nicht. Vielmehr ist der Film klug, einfühlsam, lebenslustig und vor allem ein Genuss für alle Zuschauer.