'Mars' braucht mehr als Mutterschaft

'Mars Needs Moms' ist ein 3-D-Animationsfilm, der nach den Sternen (oder in diesem Fall dem Mars) dreht. Seine Handwerkskunst zeigt die neueste Performance-Capture-Technologie (à la 'Avatar'). Und seine Geschichte – über die Beziehung zwischen Mutter und Sohn – soll einen zum Weinen bringen (à la 'Toy Story 3').

Was jedoch auf dem Bildschirm landet, ist einfach ausreichend. 'Mars Needs Moms' landet nicht im 'Yogi Bear'-Territorium, aber es steigt definitiv nicht zu 'Toy Story 3'-Höhen von animierter Größe auf.

Während es bei „Mars Needs Moms“ um ein episches Weltraumabenteuer geht, beginnt es mit einer bekannten misslichen Lage: Der neunjährige Milo isst seinen Brokkoli nicht. Er wird verärgert ins Bett geschickt. Er wacht auf, gerade als Marsianer seine Mutter entführen (gesprochen von Joan Cusack). Er nimmt die Verfolgung auf und schafft es kaum auf ihr außerirdisches Raumschiff.

Die Marsmenschen haben das Innere des Roten Planeten in eine riesige Stadt mit hoch aufragenden Metallterrassen und neonbeleuchteten Gängen verwandelt – wie ungenutzte Versatzstücke aus den „Star Wars“-Prequels. Obwohl sie technologisch fortgeschritten sind, sind diese Außerirdischen schreckliche Eltern. Also entführen sie menschliche Mütter, extrahieren elterliche Fähigkeiten aus ihren Gehirnen und übertragen das Wissen in die 'Nanny-Bots', die ihre Kinder großziehen. Das Ergebnis ist fatal.

Auch eigenartig: Die Marsianer sind alle weiblich, angeführt von einer despotischen Matriarchin, die einfach als Supervisor bekannt ist und E.T. in einer Perücke. Ihre Schergen sehen jedoch aus wie formschöne Stormtroopers.

Steueränderungen in der Infrastrukturrechnung

Wo sind also die Männchen? Der Supervisor hat ein High-Tech-Paradies geschaffen, in dem zukunftsorientierte, unabhängige Frauen die primitiven, albernen Männchen noch weiter unter die Erde verbannt haben. Denken wir eine Minute darüber nach: Marsianerinnen, die Unabhängigkeit von traditionellen Mutterrollen suchen, vertreiben die dämlichen Männer und schaffen so eine starre weibliche Utopie, in der die Elternschaft intergalaktisch ausgelagert wird. Warte eine Sekunde. Sagt Disney, dass Feminismus zu Autoritarismus führt? Nein, das konnten sie nicht sagen.

Gibble und Ki



Zurück zur Kinderaktion. Bei seinem Bestreben, die liebe Mutter zu retten, wird Milo von zwei Verbündeten unterstützt: Gribble, ein dicklicher neurotischer Mensch, der behauptet, ein gestrandeter Astronaut zu sein, und Ki, ein rebellisches Marsmädchen, das heimlich in das Leben auf der Erde verliebt ist (insbesondere die amerikanische Gegenkultur der 1960er Jahre). Nachts spritzt Ki riesige Graffiti an die Wände der unterirdischen Stadt – ihre Dissidenten-Wandbilder sind eine Mischung aus Pollock und Banksy.

Während 'Mars Needs Moms' die Marke Disney trägt, wurde es vom Animationsstudio Robert Zemeckis gemacht, das 'The Polar Express', 'Beowolf' und 'A Christmas Carol' produzierte. Wie in diesen Filmen mussten die Synchronsprecher in 'Mars Needs Moms' ihre Rollen tatsächlich in hautengen schwarzen Anzügen auf einer Tonbühne spielen. Milos körperliche Erscheinung wird von Seth Green gespielt, aber er wird von dem jungen Seth Dusky geäußert. Während die 3D-Welten, die für diese Art von Filmen geschaffen wurden, schön anzusehen sind, ist mit den menschlichen Gesichtern auf der Leinwand immer noch etwas verrückt. Sie sehen gruselig aus, als würden Schaufensterpuppen zum Leben erweckt.

Essen im dunklen Minneapolis

'Mars Needs Moms' ist schnell und macht Spaß, ist aber auch mit der üblichen Kavalkade betrügerischer Lebenslektionen bestückt. Liebe deine Mutter (duh). Du weißt nicht, was du hast, bis es weg ist (danke). Und alles was du brauchst ist Liebe (verstanden). Wieder einfach ausreichend.

Der Mars braucht keine Mütter. Es braucht bessere Ideen.

Tom Horgen • 612-673-7909 Folgen Sie ihm auf Twitter: @tomhorgen