Godzilla: Die ersten 50 Jahre

Große Eidechse macht Boom! Das ist natürlich der grundlegende Reiz von Godzilla, der prähistorischen Kreatur, die auf Multiplexen stampft und die Kinokassen zum Ka-ching bringt.

Aber die Fans wissen, dass die ganze Geschichte, die sieben Jahrzehnte bis zu den Atombomben des Zweiten Weltkriegs zurückreicht, etwas komplizierter ist. Tatsächlich kann der neue amerikanische 'Godzilla', obwohl er Warner Bros. 160 Millionen Dollar gekostet hat, nicht umhin, im Vergleich zu den etwa zwei Dutzend japanischen Filmen, die das wahre Erbe des Tieres darstellen, wie ein Aufziehspielzeug für Vorschulkinder auszusehen.

Die Godzilla-Filme, die von 1954 bis 2004 gedreht wurden, sind ein Grundpfeiler der japanischen Popkultur (ganz zu schweigen von „Mystery Science Theatre“). Sie umfassen drei verschiedene Zyklen und reichen von erhaben bis albern, erschreckend bis schrecklich. Die besten – wie das allererste, grimmig polternde „Gojira“ aus dem Jahr 1954 (kostenlos bei Hulu Plus mit Abonnement) – machen mehr als nur Spaß, da sie mit dem Schrecken des Atomkriegs, der Zerbrechlichkeit künstlicher Aufbauten und der Rachsucht ringen Kraft der Natur. Dies sind Filme für Weltuntergangszeiten, damals und heute.

Diejenigen in einem bestimmten Alter werden sich gerne an die frühen Filme von Samstagsmatinee-Vorführungen und Fernsehübertragungen der 60er und 70er Jahre erinnern. Der Tag-Team-Smackdown „Godzilla vs. Monster Zero“ von 1965 (kostenlos auf Netflix mit Abonnement oder Amazon Instant Video mit Prime) lief oft genug, um den Projektor einzubrechen, bei dem der Eidechsenkönig zusammen mit dem Flugsaurier Rodan durch den Weltraum reist kämpft gegen seinen Erzfeind, den dreiköpfigen Ghidorah. Mit Miniaturen und Männern in Gummianzügen sind die FX kitschig und ehrenhaft Old-School.

Anfangs ein stadterdrückender Albtraum, war der große Kerl bis '67 geradezu kuschelig geworden, als Filme wie 'Son of Godzilla' und 'Godzilla's Revenge' (Netflix und Hulu Plus) - beide mit der unerträglich Barney-artigen Minilla - entdeckten die Tugend der Ausbeutung von Kindergartenkindern. Dennoch zog das Anti-Pollution-Traktat „Godzilla vs. the Smog Monster“ (Hulu Plus) aus dem Jahr 1971 mit seinen psychedelischen Bildern und seiner praktisch narkotischen Erzählung ältere Kinder an.

Als ob die Filmmonster-Krone an den Hai von „Jaws“ weitergegeben würde, endet die sogenannte Showa-Reihe von schlecht synchronisierten „Zilla-Bildern“ Mitte der 70er Jahre, das verrückte „Godzilla vs. Mechagodzilla“ (Vudu nur zum Kauf) direkt vor dem grausamen „Terror of Mechagodzilla“ (Netflix, Amazon). Diese beiden Anti-Technologie-Epen sind großartig, obwohl viele Fans auf die Überlegenheit der nachfolgenden Heisei-Serien der 90er Jahre schwören, insbesondere „Godzilla vs. King Ghidorah“ (nur bei Google Play und Amazon zu kaufen) und „Godzilla vs. Destoroyah“ (dito), letzteres mit dem traurigen Ableben des Reptils.

TOP 10 FILME AUF ANFRAGE

1 „Die Legende des Herkules“



Partnerstädte Bauernmärkte 2021

2 „Mitfahren“

3 „Das geheime Leben des Walter Mitty“

4 „Tag der Arbeit“

5 „Eingefroren“

6 „Der Wolf der Wall Street“

7 „Der Hobbit: Die Einöde von Smaug“

8 „Der Nuss-Job“

9 „August: Osage County“

10 „Philomena“

Quelle: Rentrak Corp. (28. April bis 5. Mai)

R.I.P., Godzilla – zumindest bis zur nächsten Fortsetzung.

Auch bemerkenswert bei VOD

Vom gigantischen ins winzige übergehend, finden wir „Double Play: James Benning and Richard Linklater“ (jetzt auf iTunes, Vudu und Amazon), die entsprechend entspannte Ode des Kritikers und Dokumentarfilmers Gabe Klinger an die Indie-Filmemacher des Titels. Rein ökonomisch lässt der aus Milwaukee stammende experimentelle Benning („One Way Boogie Woogie“) den bescheidenen Linklater („Before Midnight“) wie Godzilla aussehen, doch Klingers Film entlarvt die beiden Freunde in ihren philosophischen Ansätzen als ebenbürtig das Handwerk – und ihre verwandte Liebe zum Baseball.

Wie die Filme von Linklater, einschließlich des in Kürze erscheinenden „Boyhood“, ist „Double Play“ voller zum Nachdenken anregender Dialoge, einschließlich Meditationen über Zeit, Beziehungen und die Herausforderungen, seiner künstlerischen Muse treu zu bleiben. Es ist die Art von Gespräch, die man regelmäßig auf der Bühne des Walker Cinema findet, aber selten in Filmen.