'Abscheulich' bietet eine entzückende Heldenreise

Es kann heutzutage selten sein, einen kinderfreundlichen Animationsfilm zu finden, der tatsächlich überrascht und begeistert. DreamWorks’ „Abominable“, geschrieben und unter der Regie von Jill Culton, überrascht und entzückt in der Tat, während es einer bekannten Reisegeschichte eines Helden folgt, die sich an Lieblingsfilme mit freundlichen Kreaturen anlehnt.

Ein Teil „E.T.“ und ein Teil „King Kong“, das passt in die Kategorie von Filmen wie „The Iron Giant“, „Lilo & Stitch“ und das Franchise „Drachenzähmen leicht gemacht“, in dem mutige Kinder sich mit seltsamen, exotischen Kreaturen verbinden und versuchen um sie vor den kapitalistischen Ausbeutungskräften zu retten. „Abscheulich“ ändert diese Formel nicht; es führt es einfach außergewöhnlich gut aus, mit einer frischen Perspektive und viel Magie.

Bei der fraglichen Kreatur handelt es sich um einen Yeti, dem Yi (Chloe Bennet) unerwartet auf dem Dach ihres Wohnhauses in Shanghai begegnet, während er Schutz vor den räuberischen Burnish Industries sucht. Yi trauert um ihren Vater und sehnt sich nach Abenteuern. Kurz darauf beschließt sie, dem Yeti, den sie Everest nennt, zu helfen, seinen Weg nach Hause zu finden. Ihre Kumpels, der hinreißend ernsthafte und rundliche Peng (Albert Tsai) und sein Cousin, der höfliche, telefonsüchtige Jin (Tenzing Norgay Trainor), befinden sich ebenfalls auf der Reise, um ihren neuen pelzigen Freund zurück im Himalaya zu deponieren.

Unterwegs setzt sich Yi mit Trauer, Familie und ihrer Identität auseinander. Dies ist eine emotional komplexe Reise, da die Hauptfiguren etwas älter sind (die Charaktere würden gut zu den Teenagern von „Stranger Things“ passen) und ihre emotionale Bandbreite größer und nuancierter ist. Es ist auch erwähnenswert, dass dies ein Film mit einer spezifisch chinesischen Perspektive ist, der Kultur in kleinen Details und in größeren Weltanschauungen und Philosophien geprägt ist. (Fun Fact: Trainor ist der Enkel von Tenzing Norgay, dem ersten Mann, der zusammen mit Sir Edmund Hillary den Mount Everest bestieg).

Hobby-Lobby mit Dekor der amerikanischen Ureinwohner

Es passiert das Erwartete: erschütternde Verfolgungsjagden mit dem ruchlosen Team von Burnish Industries auf der Jagd, darunter der betagte Abenteurer Mr. Burnish (Eddie Izzard), der die Natur so liebt, dass er alles besitzen möchte, und sein angestellter Zoologe, der zweigesichtige Dr. Zara (Sarah Paulson). Aber auch das Unerwartete passiert häufig. Die Kinder entdecken, dass der Everest mehr ist als nur ein großer, kuscheliger Freund. Er besitzt magische Kräfte, verwandelt die Natur in einen surrealen, traumhaften Spielplatz, lässt Blaubeeren in Wonka-Manier explodieren und lässt Löwenzahn zu ungeheuer großen Helikoptern wachsen. Die Kids surfen mit dem Everest über die Blumenfelder und gleiten auf Koi-Fischwolken. Seine Kräfte helfen ihnen, in seine Heimat im Himalaya zurückzukehren, während sie die Magie in sich selbst entdecken.

Die Animation und das Produktionsdesign sind atemberaubend, von den Neonlichtern der Stadträume bis hin zu den winzigen Fischerdörfern und weiten Flächen, die die Stadtkinder auf ihrer Reise entdecken. Es gibt ein paar atemberaubend schöne Sequenzen: in ein Feld mit leuchtend gelben Wildblumen gefahren zu werden, in einem rosa Weidenbaum die Sterne zu beobachten. Everests breitgrinsendes Gesicht erinnert an den Drachen Ohnezahn. Er ist ein albernes, liebevolles, welpenartiges Wesen, das plötzlich die ganze Energie der Welt mit einem grollenden Basso-Profundo-Summen nutzen kann, das Lichter und Vibrationen aus dem Äther selbst heraufbeschwört.

Abscheulich

★★★½ von 4 Sternen



Bewertung: PG für etwas Action und milden rüden Humor.

Die erschreckend tiefgreifende und bewegende Botschaft, die uns bleibt, ist eine universelle: Wenn wir uns mit Mitgefühl und Verständnis um Natur und Tiere kümmern, gibt es eine größere, unsichtbare Magie, die sich Ihnen und durch Sie offenbaren könnte.